Kostenerstattung eines Vorstellungsgespräches

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber auch ohne besondere Vereinbarung die Anreise- und sonstigen Vorstellungskosten des Bewerbers zu tragen, vorausgesetzt er hat den Bewerber aufgefordert, sich persönlich in dem Unternehmen vorzustellen.

Es ist auch nicht erforderlich, dass diese Aufforderung ausdrücklich vom Arbeitgeber ausgesprochen wurde. Es ist jedoch schon ausreichend, wenn der Bewerber sich mit Wissen und Wollen des Arbeitgebers vorstellt, auch wenn die Initiative zur Vorstellung vom dem Bewerber ausgegangen ist.

Wenn der Bewerber sich unaufgefordert, also spontan vorstellt, entfällt für den Arbeitgeber die Verpflichtung zur Übernahme Anreise- und Vorstellungskosten des Bewerbers. Der Arbeitgeber kann, bei einer Aufforderung zur persönlichen Vorstellung des Bewerbers die Verpflichtung zur Erstattung der Vorstellungskosten lediglich durch ausdrücklichen vorherigen Hinweis ausschließen.

Es gilt jedoch eine Besonderheit für Arbeitsuchende, bei denen die Vorstellungskosten von der Agentur für Arbeit übernommen werden. Da der Bewerber in einem solchen Fall keinen Schaden hat, entfällt auch der Anspruch gegen den Arbeitgeber. Wer arbeitslos ist und Leistungen von der Agentur für Arbeit erhält, sollte also vorher mit dieser abklären, ob die Vorstellungskosten für die Bewerbung übernommen werden.

Alle vorgenannten Grundsätze gelten unabhängig davon, ob aufgrund der Vorstellung des Bewerbers ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen ist oder nicht!


>> Wie und wann darf ein Arbeitnehmer abgemahnt werden ?

Facebook & Google +1

Arbeitslosenforum