Fiktives Arbeitsentgelt zur Berechnung des Arbeitslosengeldes / ALG 1

Bei Arbeitslosen die innerhalb der letzten 2 Jahre kein Arbeitsentgelt von mindestens 150 Tagen erzielt haben, wird ein fiktives Arbeitsentgelt festgelegt. Das Arbeitsentgelt richtet sich in diesen besonderen Fällen nach der jährlich festgelegten Bezugsgröße.

Die Bezugsgröße entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Bruttoarbeitsentgelt aller berufstätigen Bundesbürger aus dem vorangegangenen Jahr und wird vom Bundesministerium in einer Verordnung zu Anfang eines jeden Jahres neu festgelegt.

Wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld durch sonstige versicherungspflichtige Zeiten, wie beispielsweise Erziehungsgeld oder Krankengeld eintritt, wird die Höhe des zur Berechnung herangezogenen Arbeitsentgelt nach der oben beschriebenen Bezugsgröße festgelegt werden.

Aufgrund unterschiedlicher Qualifikationen wird das anhand der Bezugsgröße zu berechnende Arbeitsentgelt entsprechend angepasst. Der Gesetzgeber hat vier unterschiedliche Qualifikationsgruppen erarbeitet. Jeder dieser einzelnen Qualifikationsgruppe liegt ein Teilwert der Bezugsgröße zugrunde.

Die vier Qualifikationsgruppen unterscheiden sich wie folgt in Qualifikation und Teil der Bezugsgröße:

1. Der Arbeitslose hat eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung; das Arbeitsentgelt entspricht der Höhe von einem Dreihundertstel der Bezugsgröße (1/300)

2. Der Arbeitslose hat einen Fachschulabschluss, einen Nachweis über eine abgeschlossenen Qualifikation als Meister oder einen Abschluss in einer vergleichbaren Einrichtung; das Arbeitsentgelt entspricht dann der Höhe von einem Dreihundertsechzigstel der Bezugsgröße (1/360)

3. Der Arbeitslose hat eine abgeschlossene Ausbildung in einem Ausbildungsberuf; das Arbeitsentgelt entspricht der Höhe einem Vierhundertfünfzigstel der Bezugsgröße (1/450)

4. Der Arbeitslose hat keine Ausbildung; das Arbeitsentgelt entspricht der Höhe einem Sechshundertstel der Bezugsgröße (1/600)

Zur Erklärung sei darauf hingewiesen, dass die Qualifikationsstufe 2 fast genau in der Höhe des Bundesdurchschnittes entspricht. Alle Arbeitslosen mit einer entsprechenden Qualifikation, hätten bei einer fiktiven Bemessung ein Anspruch auf ein Arbeitsentgelt in Höhe der Bezugsgröße. Die Bezugsgröße entspricht einem jährlichen Wert. Durch die Teilung mit 360 wird ein tägliches Arbeitsentgelt in der entsprechenden Höhe berechnet.

Die Qualifikationsstufe 1 liegt durch den niedrigeren Teiler 300 über dem Durchschnitt der Durchschnittlichen Einkommen. Während die Qualifikationsstufen drei und vier aufgrund des höheren Teilers unter dem Bundesdurchschnitt liegen.


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